sonnenseite

...des lebens

21. November 2007

klischee-selbstbedienung

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freisprechen kann sich wohl niemand davon, mit bestimmten vorurteilen aufgewachsen zu sein.
fangen wir doch gleich mal mit den bildern an, die man auch als karikaturen immer wieder vor augen hat:
die italiener sitzen den ganzen tag im straßencafé, trinken cappuccino, ernähren sich hauptsächlich von pasta und leben noch bei der mama, die lauthals la familia beschützt. vor der tür steht ein roller der marke piaggio.
oder nehmen wir die franzosen: sie sitzen den ganzen tag mit baskenmütze und baguette unterm arm im café, wie die italiener, und schlürfen genüsslich ihren café au lait, wenn sie nicht am weinberg sitzen, ihre große nase in ein großes bordeauxglas halten, über das leben philisophieren und dabei französische chansons hören. außerdem sind sie arrogant und halten sich für was besonderes. mit den froschschenkeln fange ich gar nicht erst an...
die engländer sind komische inselaffen, die entweder fish and chips oder bacon zu sich nehmen und sich ihrer majestät, der queen, unterordnen. zudem sind sie prüde, steif und lachen nie, nicht mal über ihren eigenen schwarzen humor und prügeln sich mit anderen, gegnerischen fußballfans.
die lustigen holländer kriechen mit ihren wohnwagen übers land und essen dabei käse, schweizer zählen von morgens bis abends ihr geld, die amis sind alle doof und schauen nicht über ihren eigenen, mit hamburgern und pommes bestückten tellerrand hinweg, und wenn doch, dann ballern sie wild um sich. die polen klauen immer alles und die chinesen lachen nur...

und wir deutschen?
wir haben adolf, die lederhosen, humtata-musik, das bier und, nicht zu vergessen!, die über alles geliebte arbeit - nicht umsonst kleben die tugenden fleiß, pünktlichkeit, bescheidenheit, ordnung, treue und zuverlässigkeit ebenso lästig an uns, wie ein breitgetretenes kaugummi unterm schuh.
innerhalb deutschlands wird natürlich ganz fix unterschieden! 
die gemütlichen und herzlichen bayern tragen die lederhosen und saufen schon mittags bier und zuzeln den lieben langen tag an ihren weißwürsten rum. die schwaben haben den ganzen tag nur zwei dinge im kopf: "schaffe, schaffe, häusle baue" und "spätzle". wir wiederum, die wie eisblöcke unterkühlten norddeutschen, sind - ähnlich wie die engländer - eher reserviert, unfreundlich, lachen nicht, können nicht feiern und stehen den ganzen tag mit ´nem gelben friesennerz und grünen gummistiefeln im watt, wahlweise aufm deich, rum und schnacken dummes tüüch (zeug)...

warum gibt es vorurteile und klischees und woher kommen sie?
die meisten vorurteile sind eher negativ behaftet, im wahrsten sinne pauschalisierend und oftmals nichts anderes als intolerant und diskriminierend.
bloß warum? vermutlich brauchen wir menschen etwas, wovon wir uns abgrenzen können, bzw. wo wir uns zuordnen können. daher denken wir in schubladen: der ist soundso, die sind diesunddas, der sieht soundso aus, also... - dadurch stellt man sich auf eine andere, oftmals auf höhere, bessere stufe. man bewertet. im endeffekt ist ein vorurteil die abwertung eines anderen und die aufwertung des eigenen ichs.

manche klischees habe ich schon bestätigt gesehen, die meisten sind jedoch eher humbug und spiegeln nur unser nicht-wissen und / oder unsere ignoranz wider.

nur so als beispiel und pauschal gesprochen: wir norddeutschen mögen zwar nicht gleich auf jedermann zuspringen, wir sind da vielleicht etwas zurückhaltender, dafür schließen wir aber, wenn, dann richtige, ehrliche und auch herzliche freundschaften ab...zumindest in meinem umfeld ist das die normalität.  :o)

0 x dazu abgegebener senf:

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